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Die schönsten Zimmer der Stadt

Eine Suite mit Blick auf die gute Stube

Die schönsten Zimmer der Stadt: Das Hotel Classico am Marktplatz

Das Kaffeehaus Classico werden die meisten Bremer kennen. Was vielleicht nicht alle wissen: In den Stockwerken darüber befindet sich das gleichnamige Viersternehotel. Bei der Ankunft etwas Aufregung – trotz reichlicher Bedenkzeit konnte sich Hotelchefin Beata Kostelidis partout nicht für ein Lieblingszimmer entscheiden. Keines ist wie das andere, ein jedes hat seinen ganz eigenen Charakter, und in jedem steckt ganz viel ihrer eigenen Persönlichkeit. Man hat ja schließlich auch kein Lieblingskind. Die Auswahl wird uns überlassen, wir schauen hier und da hinein und entscheiden uns spontan für die „Lady Ananas“.

Ananasgelb ist hier die Farbe der Wände und der seidigen Tagesdecke. Der antike Armlehnstuhl trägt ein samtiges Polster in der Nuance der überreifen Frucht: Keine grellen, kühlen Töne, die die Augen blenden, sondern ein wohlig-warmes Ambiente. Dunkelgrün wie der Blattschopf der Ananas sind die Kissen und der Samtvorhang. Durch Sprossenfenster fällt der Blick auf Bremens gute Stube: auf Marktplatz, Rathaus und Roland. Zentraler kann man in Bremen nicht wohnen.

Und dennoch ist der Trubel des Alltags hier ganz weit weg. Wie die Ananas selbst solle auch der Raum die Wirkung einer gesunden Erfrischung entfalten, eines Vitaminboosters, eines Antioxidans, erklärt Kostelidis. „Es ist das Zimmer, das ich am liebsten an gestresste Geschäftsleute vergebe, die hier Ruhe finden und auftanken sollen“, erzählt sie. Das Leitmotiv der exotischen Frucht findet sich auch in der Fotografie über dem Bett wieder, in den Füßen der beiden bronzefarbigen Nachttischlampen und als verspielte Dekorelemente im modernen Badezimmer.

Die Hotelchefin erzählt, dass sie ihre Ideen und Inspirationen auf Reisen findet, in der Historie, in Theater, Oper oder Musik – und sehr oft auch auf der Straße. Der Armlehnstuhl, zum Beispiel, sei ein solches Fundstück: Beinahe wäre er in der Sperrmüllpresse gelandet ebenso wie der kleine Beistelltisch mit der Intarsienarbeit. Das geschwungene Betthaupt aus massiver Eiche krönte früher einen Wäscheschrank. Ein Jahrhundert haben wohl auch die beiden Rohrgeflecht-Stühle auf dem Buckel. „Die Menschen werfen so viel Schönes weg“, erklärt Kostelidis. „Ich war schon immer eine Sachen-Retterin.“

Diese Leidenschaft begann schon lange, bevor irgendjemand an ein Hotelinterieur dachte. Aufgewachsen sei sie in einem Elternhaus mit großer Affinität für Kunst und Kultur, erzählt sie. „Mein Großvater war Auktionator. Er hat mein Interesse für Antiquitäten geweckt.“ Ihr Faible für Kunstgeschichte und Innenarchitektur hätte sie gerne beruflich ausgelebt – im kommunistischen Land ihrer Kindheit und Jugend durfte man sich das Studium indes nicht aussuchen, erklärt Kostelidis, die in der Nähe von Warschau aufgewachsen ist. „Darum bin ich Amateurin geblieben“, sagt sie bescheiden. „Eklektisch“ sei der Begriff, der ihren Einrichtungsstil am besten beschreibe. Der Stilbruch ist hier Programm: Die bewusste Kombination von Möbeln und Dekor verschiedener Epochen und Stilformen verleihe den Räumen Charme und Seele.

Das „Classico“ ist ein „Boutique-Hotel“. Der Begriff – so ist es nachzulesen – wurde in den 1980er-Jahren in Metropolen wie New York und London geprägt für unabhängige, privatgeführte Hotels, die ihren eigenen Stil abseits der typischen Hotel-Ästhetik pflegen. Beata Kostelidis ist eine klassische Quereinsteigerin im Hotelfach. Seit 2006 führt sie gemeinsam mit Ehemann Konstantin, dem erfahrenen Gastronom, das Kaffeehaus mit eigener Konditorei, Eismanufaktur und Kaffeerösterei.

Die Idee, Gästezimmer anzubieten, entstand, als nach einigen Jahren die erste Etage des ehemaligen Bankgebäudes frei wurde. „Es sollte ein Hotel werden, das anders ist als die anderen und diesem wunderbaren Standort entspricht“, erklärt Kostelidis. Im Laufe der Jahre ist das „Classico“ nach und nach bis unters Dach gewachsen. 2018 wurden die letzten der insgesamt 35 Zimmer eingerichtet, darunter drei Suiten. Die Preise sind für die Toplage im historischen Herzen der Stadt überraschend moderat: Die Übernachtung im Einzelzimmer beginnt bei 85 Euro, die Deluxe-Suite für zwei ist ab 133 Euro pro Nacht zu haben. Gefrühstückt wird à la carte unten im Kaffeehaus.

Die „Lady Ananas“ werde nicht jeden Geschmack treffen, weiß Kostelidis – und muss sie auch nicht. Wer ins Hotel Classico einzieht, hat unter anderem die Wahl zwischen italienischer Renaissance, griechischer Antike, französischem Empire, viktorianischer Eleganz oder glamourösem Art Déco, kann sich nach Kuba, in den Orient oder ins legendäre Hollywood hineinversetzen lassen. Das Zimmer „Blue Rhapsody“ beispielsweise ist als Hommage an den Broadway-Komponisten George Gershwin gestaltet.

Klassisch-elegant gibt sich „Coco“ in Schwarz-Weiß vom Interieur bis zu den Porträts der legendären Modemacherin. Fröhlich-bunt geht es dagegen im „Cabaret“ mit seiner Tapete im Domino-Design und der korallenroten Kommode zu. Puristen sind am besten in der „White Suite“ aufgehoben. „Wenn immer es möglich ist, versuche ich, für jeden Gast das passende Zimmer zu finden“, erklärt die Hotelchefin. „Jeder soll das Gefühl haben: Hier hat jemand an mich gedacht und es für mich schön gemacht.“

Anke Velten

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